
Lao-Tze (45)
- der alte Meister
"Über den Weg und die Kraft "
Wenn die
Welt auf dem Weg ist,
werden die ausgedienten Rassepferde zur Düngung benutzt.
Hat die Welt den Weg verloren,
grasen Kriegsrosse draußen vor der Stadt.
Kein größeres Übel als der Gier freien Raum lassen.
Kein Leiden größer als kein Genüge kennen.
Kein Fehler größer als dem Gewinn nachlaufen.
Daher: Zufriedenheit ist, wenn Du weißt, wann Du genug hast:
dies ist wahre Zufriedenheit.

laotse
tao te king
andere zu kennen zeugt von intelligenz
sich selbst zu kennen zeugt von wahrer staerke
herr zu sein ueber andere bedeutet staerke
herr zu sein ueber sich selbst bedeutet wahre kraft
wer in einklang mit dem tao ist
gleicht einem neugeborenen kind
dessen knochen sind weich, seine muskeln sind schwach
aber sein griff ist kraftvoll
es weiss nichts von der paarung
von mann und frau
doch sein glied kann steif werden
so stark ist seine lebenskraft
es kann den ganzen tag lang schreien
doch es wird nie heiser
so vollkommen ist es im einklang
ebendem gleicht die kraft
der meister
muehelos, ohne begierde
lassen sie alle dinge kommen und gehen
sie erwarten nie ergebnisse
deshalb sind sie nie enttaeuscht
sie sind nie enttaeuscht
deshalb altert ihr inneres feuer nie
Konfuzius
sagte:
“Es ist möglich, daß wir gemeinsam lernen,
ohne daß wir uns später gemeinsam auf den Weg machen.
Es ist möglich, daß wir uns gemeinsam auf den Weg machen,
ohne daß wir gemeinsam an ein Ziel gelangen.
Und es ist möglich, daß wir gemeinsam an ein Ziel gelangen,
ohne daß wir dies zusammen geplant haben.”
Leben -
Leben wir, indem
wir das Leben selbst leben,
indem wir Vergnügen finden,
an diesem Geschenk des puren Seins.
Erfreuen wir uns Tag für Tag.
Leben wir so gut wie möglich, erwarten wir nicht mehr,
zerstören wir nichts, unterwerfen wir uns nichts,
und suchen wir im nichts einen Fehler.
Lassen wir alles, was schön ist,
unbefleckt und unberührt.
Halten wir all das, was lebt,
in großer Ehrfurcht, denn
alles Leben wurde uns gegeben von
diesem Unsichtbaren, der unerkannten Schöpfungskraft des Universums,
damit wir es genießen dürfen, damit wir uns daran erfreuen können
und damit wir es respektieren.
Tao-Te-King,
K. 16
Das äußerste Leersein erreiche,
die unerschütterliche Stille bewahre.
Die abertausend Dinge entfalten sich,
aber ich schaue, wie sie sich wieder zurückwenden.
Denn
erblühen die Wesen prächtig und bunt,
kehren sie wieder heim zum Wurzelgrund.
Heimkehr
zur Wurzel heißt: Stille.
Stille heißt: Rückkehr zur Bestimmung.
Rückkehr zur Bestimmung heißt: Ewigkeit.
Erkennen des Ewigen heißt: Erleuchtung.
Nichterkenntnis
des Ewigen aber
schafft unheilvolle Verwirrung.
Wer
das Ewigen erkennt, ist allumfassend,
Der Allumfassende wird allen gerecht,
Der Gerechte ist königlich,
Der Königliche ist von himmlischer Art,
Der Himmlische ist eins mit Tao.
Wer
eins mit Tao, kann ewig währen.
Sinkt sein Leib dahin, ist er ohne Gefahr.
Tao-Te-King,
K. 20
Wer das Lernen aufgibt, hat keinen Kummer.
Das
zögernde ?Ja? und das bereitwillige ?Ja?,
ist da ein Unterschied?
Doch Gut und Böse,
ist da kein Unterschied?
Was
andere ehren, das soll auch ich ehren.
Welch ein Unsinn!
Ach, welche Verwirrung in dieser Welt,
und ohne Ende!
Die
Menschen sind alle so vergnügt
wie beim Feiern großer Feste,
wie beim Besteigen der Terrassen im Frühling.
Ich
allein bleibe still und unbewegt wie ein Säugling, der noch nicht lacht;
ungebunden, unabhängig.
Die
Masse der Menschen hat Überfluss,
nur ich allein scheine nichts zu besitzen.
Mein Herz ist das eines Narren,
nebelhaft, undurchschaubar.
Gewöhnliche
Menschen sind hell und klar,
nur ich bin trüb und dunkel.
Gewöhnliche Menschen sind klug und schlau,
nur ich bin dumm und einfältig.
Ich treibe dahin wie das Meer, ohne Richtung wie der rastlose Wind.
Die
Menschen haben alle ein Ziel,
nur ich bin ein unnützer Tölpel.
Ich
allein bin anders als die andern, aber
ich ehre die nährende Mutter.
Der Zen-Weg
Suche nicht die Erleuchtung,
suche Gelegenheit zur Übung,
suche nicht
das "Bessere"
suche das Gegenwärtige,
suche Übung im "Gegenwärtigen",
was kümmert dich " Erleuchtung "