Blue

Liege im gras und träume, neben mir mein hund
Er hat einen dicken stock im maul und kaut genüßlich darauf herum
Es ist still, ich starre nach oben, der himmel ist tiefblau
Keine wolke zu sehen, nur kleine schwarze punkte die gen süden ziehen
Ich schließe die augen, lasse mich in einen blauen strudel ziehen
Erinnerungen keimen hoch, alles blau.......
Mein kopf schmerzt während mich der blaue sog immer tiefer zieht-
Ich sehe die welt, eine blaue welt, voller menschen, zuviel menschen
& dazwischen ein kleines mädchen, versteckt unter der treppe
eines hauses mit strohdach und swimmingpool
weinend kauert sie in ihrem kleinen winkel während das geschrei ihrer eltern weit über die blaue welt zu schallen scheint.
Das bild verschwimmt, als hätte jemand mit blauer wasserfarbe darüber gewischt.
Blaue blitze zucken in meinem kopf & wieder entsteht ein bild -
Eine blaue wiese, blaue bäume, blaue sträucher
Wieder das mädchen, es steht mitten in der wiese, der wind zerrt an ihrem
T - shirt, zerzaust ihr dunkles haar
Umgeben von einem seltsamen blauen schimmer steht sie da,
ihre dunklen, trüben augen scheinen ins nichts zu starren.
Auf einmal wirft sie den kopf zurück, holt tief luft und schreit.

Ein lauter, gequälter schrei der die vögel aufschrecken läßt und sie mit aufgeregtem gekreische
davonfliegen läßt.
Das bild beginnt zu strudeln & der schmerz in meinem kopf wird stärker...

Alles blau...
Ich versuche aufzuwachen, kämpfe verzweifelt gegen den blauen strom an,
der mich nicht losläßt , mich einhüllt wie der wohlige schlaf eines babys -
bilder rauschen an mir vorbei, bekannte gesichter & doch fremd
ich höre stimmen ohne sie zu verstehen

es ist so dunkel hier, ein tiefes dunkles blau -

ich sehe ein helles licht, bewege mich daraufzu , der schmerz schwillt an & pulsiert in meinem schädel als wolle er gleich platzen
ich mache die augen zu, will dieses blau nicht mehr sehen
diese licht, so grelles licht....

es ist so still auf einmal, das quälende hämmern in meinem kopf hat aufgehört
vorsichtig öffne ich die augen.
Immer noch dieses blau, über mir, unter mir, aber es erschreckt mich seltsamerweise nicht mehr
Ich merke wie ich schwebe, durch dieses andere sanftere blau..
Ich erkenne städte, häuser, menschen unter mir
Alte menschen sterben, babys werden geboren, sehe unfälle & hochzeiten

Spüre keinerlei gefühlsregung, fühle mich wie ein zuschauer im übervollen kino
Und immernoch alles blau...

Da sitzt ein mongolit an eine mauer gepresst, vor ihm kinder mit steinen in den händen

Da liegt ein kleines mädchen nackt und irgendwie verloren in einem überdimensionalen bett,
über ihr ein alter fetter kerl den ihr gewimmer nur noch mehr aufzugeilen scheint

Ein junger mann steht auf dem geländer einer brücke, fest entschlossen zu springen

Ein unscheinbarer mann sitzt vor seinem pc,holt sich keuchend einen runter
Während seine frau in der küche den abwasch macht

Da liegt ein zertrümmerter wagen im graben, eine junge frau schreit mit letzten atemzügen um hilfe,
während ihr die gedärme zerquetscht werden

Das blau wird dunkler, verschluckt die letzten bilder, verschluckt die blaue welt

Wieder dieser strudel & das grausame hämmern in meinem schädel
Ich öffne die augen, die sonne sticht, mir ist schlecht
Mein hund hat ein bewohntes mauseloch endeckt indem er wie besessen buddelt
Mein schädel dröhnt, ich verfluche mich keine mütze mitgenommen zu haben
Ein geräusch in meiner magengegend erinnert mich an den auflauf in meinem ofen
Ich pfeife meinem hund & mache mich mit brummschädel und ohrensausen
Auf den heimweg

Die seltsame blaufärbung in seinem fell sehe ich nicht.................................

-->BLUE II <--