leise
verschwindet die sonne
hinter dem weiten
horizont
ich schaue ihr nach
traurig

langsam
wird es dunkler
die voegel
sind verstummt
versteckt
zirpen noch
vereinzelt grillen
im hohen gras
kuehler wind
streichelt
mein gesicht

muede
sitze ich da
beobachte
ameisen
und lausche
in mich rein

zaghaft
taste ich mich vor
richtung herz
gut verpackt
sicher geschuetzt
die wunden
sind fast verheilt

ich schliesse die augen
ertrage
den anblick nicht
die erinnerung
an den schmerz
kaum auszuhalten
ich spuere panik
oeffne meine augen
wieder
und stehe auf
klopfe mir die ameisen ab
die mich mit einem berg zu verwechseln
scheinen

in meinem schaedel brummt es
mein geist
sehnt sich nach ruhe
nach stille


leere worte
prallen ab
an der mauer des schweigens
nur taten vermoegen
sie zum einsturz zu bringen

die uhr
ist stehengeblieben
eingefroren
in dem moment
einem augenblick
der zeit
die vorbeirauscht
als waeren 7 jahre
gestern
erst

ich schaue in den spiegel
und frage mich
wer das ist
was es ist
das gute und das boese
zusammengeschweisst
bis in ewigkeit
fuer immer vereint
ohne das eine kann es das andere nicht geben
im gleichgewicht
gott ist das gute, das guetige
der teufel das boese, unbarmherzige
die sonne ist warm
der mond kalt
alles hat zwei seiten
auch wir
wurden so geschaffen
mit freiem willen
koennen wir uns entscheiden
wie wir werden
was wir werden

zuviel schmerz
wurde mir zugefuegt
mit jeder narbe
entsteht eine neue schicht
an der mauer
die mein herz
schuetzt

ich kann nichts dafuer
ich bin ein individium
einzigartig
ich wurde geschaffen
durch das leben
weiterentwickelt zum jetzt
und da bin ich
heute ist der erste tag
vom rest meines lebens

©25.9.2oo7
S.H.